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Strom vom eigenen Balkon

Guerilla-PV, Mini-PV, steckbare PV-Anlage oder Balkon-Kraftwerk: Balkon-Solaranlagen haben viele Namen – und sind im Gespräch.

28. Januar 2020
Lesedauer: 5 Minuten
Autor des Artikels: Sabine Ihle

Seit einigen Jahren können auch Mieter Sonnenstrom selbst erzeugen und verbrauchen – und dadurch die Energiewende aktiv voranbringen. Zusammen mit Immobilienunternehmen aus der Region hat die N-ERGIE bereits mehrere Mieterstrom-Projekte umgesetzt. Mieter, die diese einfache und sichere Lösung (noch) nicht nutzen können, suchen nach Alternativen.

Quellen und weitere Infos:

Wie funktionieren Balkon-Solaranlagen?

Genauso wie große Photovoltaikanlagen. Auch bei Mini-Anlagen erzeugt Sonnenlicht auf den PV-Modulen Gleichstrom. Ein Wechselrichter
wandelt ihn in Wechselstrom um und speist die Energie in den Stromkreis einer Haus- oder Wohnungsinstallation ein. Überschüssiger Strom landet im öffentlichen Netz.

Welche Leistung haben Balkon-Solaranlagen?

Normalerweise hat ein Modul 250 bis 300 Wattpeak. Damit lassen sich bis zu zehn Prozent des Strombedarfs eines durchschnittlichen Dreipersonenhaushalts decken. Anlagen bis 600 Watt können Betreiber bei der Netzgesellschaft der N-ERGIE selbst anmelden. Dafür genügt ein einfaches Formular. Voraussetzung ist allerdings, dass die Betreiber auf die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz verzichten.

Wie werden die Anlagen angeschlossen?

Balkon-Solaranlagen können direkt oder mit einer speziellen Energiesteckdose angeschlossen werden. Diese Anschlussvarianten entsprechen den Normen des Verbands für Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und werden von einer Elektrofachkraft installiert. Auf keinen Fall einen Mehrfachstecker verwenden. Das ist brandgefährlich! Außerdem muss der Zähler eine Rücklaufsperre haben.

Wo können die Anlagen stehen?

Auf Balkonen oder Terrassen zum Beispiel. Allerdings: Mieter müssen sich vorher mit dem Eigentümer oder Vermieter abstimmen. Die Optik und eine mögliche Blendwirkung für Nachbarn sind hier Kriterien. Wichtig ist auch eine sichere Montage, am besten vom Fachmann. Das gilt besonders, wenn Anlagen am Gebäude befestigt werden.

Wie viel kann man sparen?

Das hängt sehr davon ab, wie die Lebensgewohnheiten sind. Wer tagsüber die Wasch- oder Spülmaschine einschaltet, nutzt den selbst produzierten Sonnenstrom effizienter. Und der Standort der Anlage spielt ebenfalls eine Rolle für den Ertrag und damit für das Sparpotenzial.

Für die Unterstützung bei der Recherche danken wir den Experten Eva Rausch, Energieberaterin der N-ERGIE; Harald Behmer, Stabsstelle Technik, wbg Nürnberg GmbH; Klaus-Peter Rissbeck, Richtlinienmanager, N-ERGIE Netz GmbH

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