Ökostrom für Mieter

Mieterstrom bringt Sonnenenergie ins Haus

14. Dezember 2020
Lesedauer: 5 Minuten
Autor des Artikels: Sabine Ihle
Markus Höhenberger (Noris eG) und Herbert Schneider (N-ERGIE) sind überzeugt von den Vorteilen eines Mieterstrommodells (Foto: N-ERGIE)

Einmal Erster, wieder Erster

Karlheinz Putzer ist mit seiner Familie 1975 als erster Mieter in das Haus der Noris eG in der Hinteren Marktstraße eingezogen. Inzwischen sind die Kinder erwachsen, sein Stadtteil ist kräftig gewachsen und dem Nürnberger Fernsehturm hat er sogar beim Wachsen zuschauen können.

Hat das Thema Mieterstrom Zukunft?

Drei Fragen an Norbert Müller, Gruppenleiter Vertrieb für Privat- und Gewerbekunden bei der N-ERGIE

Norbert Müller: Ich glaube daran, denn Mieterstrom ist eine tolle Sache. Mit der Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 soll auch ein fester Fördersatz eingeführt werden, der das Geschäftsmodell noch interessanter macht. Das ist ein Anreiz, mehr solcher Projekte anzustoßen. Wir suchen weiter geeignete, größere Objekte, also Mehrfamilienhäuser ab etwa 20 Wohneinheiten.

Wie aktiv ist die N-ERGIE in Sachen Mieterstrom?

Norbert Müller: Wir haben rund 20 Mieterstromprojekte unter Vertrag. 16 Photovoltaik-Anlagen sind in Betrieb, sechs davon haben wir allein 2020 angeschlossen. Die restlichen vier Projekte sind im Bau. Zum Jahreswechsel 2021 werden wir eine installierte Leistung von 440 Kilowatt peak haben und mit gut 1.500 PV-Modulen ungefähr 440.000 Kilowattstunden Ökostrom erzeugen.

Wie hoch ist die durchschnittliche Eigenverbrauchsquote zurzeit?

Norbert Müller: Zurzeit liegen wir mit unseren Projekten bei durchschnittlich 65 Prozent Eigenverbrauch. Das ist der Anteil des erzeugten Sonnenstroms, der an Ort und Stelle verbraucht wird.

Mit der Sanierung des Gebäudes kam im Mai 2018 eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach. Familie Putzer gehörte nicht nur zu den ersten Mietern im Haus, sondern auch zu den Ersten, die sich für das Mieterstrommodell der N-ERGIE entschieden haben. Seitdem gibt es Strom vom eigenen Hausdach. „Für uns ist es sogar günstiger geworden. Das merkt man am Abschlag. Und dann gibt es ja auch noch ökologische Gründe“, freut sich Karlheinz Putzer. Den hausgemachten Ökostrom nutzt heute über die Hälfte der 30 Parteien im Haus. Herbert Schneider, Kundenmanager bei der N-ERGIE, freut sich über die rege Beteiligung: „Das ist wichtig für solch ein Projekt.“ Fast 20.000 Kilowattstunden erzeugten die 63 Photovoltaik-Module im vorigen Jahr. „Je besser das Wetter, desto besser für uns“, findet Hausobmann Putzer. Denn bei Sonnenschein steht der Solarstrom den Mieter*innen direkt zur Verfügung.

Optimaler Eigenverbrauch

Ideal für das Ehepaar Putzer. Denn: „Als Rentner sind wir tagsüber viel zu Hause – also genau dann, wenn die Photovoltaik-Anlage Strom produziert“, erklärt Karlheinz Putzer. Sonnenstrom, den das Ehepaar gerade nicht braucht, wird automatisch ins öffentliche Netz eingespeist. Und wenn der Strom vom eigenen Dach
nicht reicht, liefert die N-ERGIE regional erzeugten Ökostrom aus Wasserkraft-und Solaranlagen.

Ein Plus für Mieter und Vermieter

„Ein Mieterstromprojekt ist auch für Vermieter eine gute Möglichkeit, den Anteil von Ökostrom zu steigern. Und unsere Mieter finden es einfach gut, wenn sie dadurch Geld sparen und gleichzeitig etwas für die Energiewende tun können“, fasst Markus Höhenberger zusammen. Er hat vor zweieinhalb Jahren als geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Noris eG das Gemeinschaftsprojekt mit der N-ERGIE auf den Weg gebracht.

www.n-ergie.de/mieterstrom

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