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MAN: Kohle raus – Fernwärme rein

Jährlich rund 20.000 Tonnen CO2 wird MAN Truck & Bus künftig einsparen. Das Unternehmen rüstet an seinem Standort Nürnberg von der Braunkohlestaub-Verbrennung auf Fernwärme um. Die Inbetriebnahme soll im vierten Quartal 2021 erfolgen.

28. Januar 2020
Lesedauer: 2 Minuten
Autor des Artikels: Michael Enderlein

Fernwärme als optimale Alternative

Der Bedarf an Prozess- und Heizungswärme am ca. 400.000 Quadratmeter großen Nürnberger Standort von MAN Truck & Bus ist enorm.

Werkleiter Dr. Ingo Essel erklärt, warum Fernwärme am Standort Nürnberg schließlich als beste Alternative erachtet wurde:

Wir haben mehrere Optionen geprüft. Schließlich erwies sich die Fernwärme für uns als optimal, weil wir mit ihr einen großen Schritt in Richtung Dekarbonisierung gehen können.

Ulrich Zimmer, Leiter der Produktionseinheit Komponente, ergänzt: „Dies ist nur ein erster Schritt. In den kommenden Jahren werden wir weitere Maßnahmen zur nachhaltigen CO2-Einsparung umsetzen und unseren Beitrag als MAN Truck & Bus im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie im Konzern leisten. Fernwärme ist dabei ein wichtiger Baustein für uns.“

Höhere Versorgungssicherheit

Das MAN Areal liegt zwischen zwei bisher getrennten Fernwärmeleitungen. Mit der Einbindung von MAN können diese nun zusammengeschlossen werden. Der Vorteil: das Fernwärmenetz wird in diesem Gebiet, wie bereits an vielen anderen Stellen, redundant. Damit kann die N-ERGIE die Versorgungssicherheit ihrer Fernwärmekunden erhöhen.

Technische Besonderheit: Dreileiter-Anschluss

Kopfzerbrechen bereiteten den Experten der N-ERGIE allerdings die sehr hohen Rücklauftemperaturen, die für die Rückspeisung in das Fernwärmenetz nicht geeignet waren. Eine Mitarbeiterin aus dem Bereich Netzentwicklung hatte die zündende Idee und nun wird als eine deutschlandweite Besonderheit der Hausanschluss in Form eines sogenannten Dreileiter-Anschlusses gebaut: Dabei wird der Rücklauf über eine Bypass-Leitung teilweise wieder in den Vorlauf gepumpt und so die hohen Temperaturen energetisch genutzt.

Das Projekt soll unter anderem von der Universität Kassel wissenschaftlich begleitet werden.

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