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Frankenheim und N-ERGIE realisieren Mieterstromprojekt

Am Lutherplatz in Nürnberg fließt Sonnenstrom vom eigenen Dach
direkt in die Wohnungen der Mieter*innen.

27. Dezember 2021
Lesedauer: 3 Minuten
Autor des Artikels: Sabine Ihle
Solarmodule auf dem Dach am Lutherplatz 15 in Nürnberg

Zwei Wohngebäude inklusive der Geschäftsstelle des Wohnungsunternehmens Frankenheim eG werden über die Solarmodule auf den Gebäudedächern mit Ökostrom versorgt. Wenn die Sonne scheint, wird der Solarstrom sofort genutzt. Strom, der nicht verbraucht wird, wird ins öffentliche Netz eingespeist. Nachts oder an trüben Tagen garantiert die N-ERGIE mit Ökostrom aus regionaler Erzeugung eine umweltschonende Stromversorgung.

Günstiger Ökostrom für alle Wohnungen

Jede der 44 Wohneinheiten hat die Möglichkeit, am Mieterstrommodell teilzunehmen. Mieterstrom zählt zu den günstigsten Angeboten der N-ERGIE und liegt 12 Prozent unter dem Grundversorgungstarif. Etwa drei Viertel der Mietparteien haben sich bereits dafür entschieden.

„Die Tatsache, dass unsere Mieterinnen und Mieter günstigen Ökostrom bekommen, der lokal erzeugt wird, und wir zugleich einen Beitrag zur Energiewende leisten, hat uns schnell von dieser Maßnahme überzeugt“, erklärt Matthias Gast, geschäftsführender Vorstand der Frankenheim eG, und ergänzt: „Ökologisch zu handeln, ohne einen direkten ökonomischen Nutzen – dazu stehen wir auch als Genossenschaft.“

Die installierte Leistung der 140 Module auf beiden Gebäudedächern beträgt knapp 50 Kilowatt peak. Pro Jahr sollen damit etwa 50.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugt werden. Rund 80 Prozent davon können voraussichtlich direkt vor Ort genutzt werden. Nach einer durch technische Herausforderungen und die Pandemie verlängerten Bauzeit fand im Herbst die technische Abnahme statt. Die Investitionen in die Mieterstromanlage hat die N-ERGIE übernommen.

Mehr Photovoltaik auf Nürnberger Dachflächen

Das Mieterstromgesetz ermöglicht seit 2017, dass Solarstrom in vermieteten Gebäuden direkt vor Ort durch die einzelnen Mietparteien genutzt werden kann. Gestartet war das Modell mit dem Anspruch, auch Mieter*innen an der Energiewende teilhaben zu lassen und mehr Dachflächen mit Photovoltaik zu belegen. Doch das Modell gilt trotz Nachbesserungen in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021) als bürokratisch und wenig wirtschaftlich.

Dennoch setzt die N-ERGIE im Stadtgebiet Nürnberg regelmäßig Projekte dieser Art um: „Gerade in der Stadt spielen Dachflächen eine wichtige Rolle auf dem Weg in die Klimaneutralität. Die N-ERGIE setzt seit knapp vier Jahren zusammen mit Wohnungsunternehmen Mieterstrommodelle um. Dabei konzentrieren wir uns auf größere Objekte ab etwa 30 Wohneinheiten“, erläutert Herbert Schneider, Kundenmanager Immobilienwirtschaft bei der N‑ERGIE.

Matthias Gast (Frankenheim eG, rechts) und Herbert Schneider (N-ERGIE)
Montage der Solarmodule auf den Dächern am Lutherplatz
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